Die Preisträgerfilme des Innovations- & Unternehmerpreises 2017

Wir bedanken uns für die Produktion der Preisträgerfilme und gute Zusammenarbeit mit der Filstalwelle.

 

Die Preisträger des Innovations- und Unternehmerpreises 2017

Der Innovations- & Unternehmerpreis ist eine Gemeinschaftsinitiative der WIF - Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises und der Kreissparkasse Göppingen und wurde in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal ausgeschrieben.

Bewerben konnten sich Unternehmen aus dem Landkreis Göppingen unabhängig von der Beschäftigtenzahl, die innovative Produkte, Verfahren, Organisationsformen, Projekte oder Dienstleistungen entwickelt und zur Marktreife gebracht haben. Die eingereichten Innovationen sollten zwischen 2014 und 2016 entstanden sein und sich am Markt bewährt haben.

Bis zum Bewerbungsschluss Ende März gingen 25 Anträge aus dem Landkreis Göppingen bei der WIF ein. Diese wurden durch die Projektleiter der WIF aufbereitet und anschließend durch die Jury begutachtet und auf ihren Innovationsgehalt, ihre Umsetzbarkeit und ihr gesamtwirtschaftliches Potenzial überprüft. Letztlich wurden die Projekte ausgewählt, die den vorgegebenen Anforderungen des Innovationspreises nach Auffassung der Jury am besten entsprachen.

Der Preis, der mit insgesamt 18.500 EUR dotiert ist, wurde in drei neuen Kategorien verliehen:

In der Kategorie „Digitales Geschäftsmodell“ gewann die Firma aktiv-markt M. Gebauer GmbH aus Göppingen. Mit dem  Online-Lebensmittel-Markt „abholen.de“ sind sie Pioniere einer ganzen Region. Ebenfalls aus Göppingen kommen die Gewinner der Kategorie „Existenzgründung/Nachfolge“, der TZM GmbH. Mit dem Universal Medical Gateway (UMG), einer kleinen Schnittstellenbox,  können unterschiedlichste Medizingeräte ganz einfach (ohne aufwändige Re-Zertifizierung) in medizinische Netzwerke integriert werden. Aus Uhingen kommt die Firma EWS Weigele GmbH & Co. KG und Gewinner der Kategorie „Produkt/Dienstleistung“. Waren bisher Werkzeugsysteme bisher ausschließlich mechanische Komponenten ohne Intelligenz, werden diese mit der ausgezeichnete EWS-Sensorik nun smart. Der zum Patent angemeldete "Tsunamischalter" ist ein Feature, das die Industrie schon lange gefordert hat: EWS ist nach eigenen Angaben weltweit das erste Unternehmen, dass die Sensorik serienmäßig auf den Markt bringt und sein System in den digitalen Kreislauf integriert.

Die Auszeichnung für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an die Unternehmerpersönlichkeit Peter Zimmermann der August Mink KG (Mink Bürsten).

Vordere Reihe - von links nach rechts: Mathias Weigele, Peter Zimmermann, Edgar Grundstein, Oliver Drexler
Hintere Reihe - von links nach recht: Andreas Jäger, Jens Gebauer, Cornel Scheible

 

 

Innovations- & Unternehmerpreis 2017

Drei neue Kategorien im Wettbewerb!

Die Kreissparkasse Göppingen und die WIF – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft für den Landkreis Göppingen mbH schreiben in Kooperation mit der IHK und der Kreishandwerkerschaft den Innovations- & Unternehmerpreis aus. Die Ausschreibung richtet sich an alle Unternehmen und Einrichtungen im Landkreis Göppingen. Die beteiligten Partner wollen mit dem Preis zur Stärkung der Innovationskraft und zu einem nachhaltigen Wachstum im Landkreis Göppingen beitragen.


Die WIF – Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft für den Landkreis Göppingen mbH bietet den Firmen an, im Vorfeld zu prüfen, ob eine Bewerbung möglich ist und ihre Innovation den Anforderungen der Jury entspricht. Zur Dienstleistung der WIF gehört die Unterstützung der Unternehmen bei der Generierung von Innovationen. Daher steht sie allen Unternehmen unabhängig vom Innovationspreis mit ihrem Dienstleistungsprofil zur Verfügung.

Innovationen sind ein Schlüsselfaktor für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg und ein Garant für Beschäftigung. Der Landkreis ist geprägt von kleinen und mittleren Unternehmen der Industrie und des Handwerks, die mit ihrer Innovationskraft und ihrem hohen technologischen Standard zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes beitragen. Der Innovations- & Unternehmerpreis der Kreissparkasse Göppingen und der WIF hat sich inzwischen zu einem wichtigen Instrument der Innovationsförderung
etabliert.

Gerade in Zeiten, in denen disruptive Innovationen ganze Branchen total verändern werden, ist ein solcher Innovationspreis ein Zeichen für Stabilität und Qualität: Er wird in diesem Jahr zum zwölften Mal ausgeschrieben. Der Preis hat seit seinem Bestehen bewirkt, dass all jene Unternehmen, die erfolgreich die gestellten Anforderungen erfüllt haben, die verdiente öffentliche Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen haben. Die Ehrung ist für die Preisträger ein Ansporn, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Sie sind für andere Unternehmen ein Vorbild.


Beim Innovationspreis 2015 zeigte sich der Trend, dass Produkte immer öfter mit Dienstleistungen verknüpft werden. Auch klassische Handwerksbetriebe wandeln sich zunehmend zum Full-Service-Dienstleister. Eine klassische Einteilung in die Kategorien Industrie, Handwerk und Dienstleistung ist demnach nicht mehr möglich. Deshalb gibt es für das Ausschreibungsjahr 2017 drei neue Kategorien:

„Digitales Geschäftsmodell“ – rund um die Themen IT, App und Geschäftsmodell – greift den Wachstumstreiber Wirtschaft 4.0 oder auch Digitalisierung auf. Spontan fällt dazu eine Idee eines Unternehmens aus dem Landkreis Göppingen auf, das mit einem 24-Stunden-Fleisch-Automaten ein neues Geschäftsmodell marktfähig gemacht hat. Dieses Beispiel zeigt, dass auch die sogenannten „Kleinen“ eine Chance haben, mit ihren Ideen innovativ zu sein: Die Digitalisierung bietet mehr Chancen als Gefahren, vor allem für Existenzgründer oder Nachfolger. Gerade diese Zielgruppe vitalisiert eine Wirtschaft immer wieder aufs Neue und wird daher als neue Kategorie „Existenzgründer/Nachfolger“ aufgenommen. Die „klassischen“ Innovatoren finden sich in der Kategorie „Produkt/Dienstleistung“ wieder.

Mit dem Innovations- & Unternehmerpreis 2017 werden innovative Unternehmen mit ihren Produkten, Dienstleistungen, Verfahren und Organisationen´für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Neben den Unternehmen aus Industrie, Handel und Handwerk sind Dienstleister und Einrichtungen (mit z. B. Sozial- oder Bildungsprojekten) des Landkreises eingeladen, sich zu bewerben.

Haben Sie in Ihrem Unternehmen neue digitale Geschäftsmodelle entwickelt? Haben sich Ihre innovativen Produkte/Dienstleistungen/Verfahren oder Formen der Unternehmensorganisation erfolgreich am Markt bewährt? Haben Sie als Nachfolger einUnternehmen nachhaltig weiterentwickelt oder ein Start-up erfolgreich am Markt etabliert?


Dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!

 

Reiner Lohse über Chancen der Digitalisierung in der Wirtschaft

Göppingen. An Internettechnologien kommt heute kein Unternehmen vorbei. Ein neuer Innovationszirkel im Kreis soll Impulse und die Möglichkeit zum Austausch geben.

von SUSANN SCHÖNFELDER

Herr Lohse, gerade eben hat das Landesnetzwerk Mechatronik eine Studie zu Industrie 4.0 im Raum Göppingen vorgestellt. Kleinere und mittlere Unternehmen halten sich bei diesem Thema demnach zurück. Ist das auch Ihre Erfahrung?

REINER LOHSE: Mir gefallen die Begriffe Digitalisierung 4.0 oder Wirtschaft 4.0 besser als Industrie 4.0. Schließlich sind Handwerk, Handel, Banken und Dienstleister davon betroffen. Bei kleineren Betrieben gibt es bei diesem Thema sicher Nachholbedarf. Zum Beispiel können viele Händler das Bestellwesen für Kunden einfacher machen, indem sie ein Formular online hinterlegen, um mal ein einfaches Beispiel zu geben. Das ist noch lange nicht die Normalität, da gibt es noch Potenzial. Es können sich aber auch ganze Geschäftsmodelle ändern.

Die Wirtschaftsund Innovationsförderungsgesellschaft für den Landkreis, kurz WIF, will Unternehmen bei diesem Prozess unterstützen und hat einen Innovationszirkel ins Leben gerufen. Was ist das Ziel dieses Veranstaltungsformats?

LOHSE: Ziel ist es, innovative Impulse zu geben und die Unternehmen zu einem regelmäßigen Austausch einzuladen. Das soll eine geschlossene Gruppe sein, man braucht ja ein Vertrauensverhältnis, um auch Probleme anzusprechen. Das Ganze ist eine Branchen übergreifende Geschichte, wobei möglichst immer nur ein Vertreter aus einer Branche dabei sein soll. Auf jeden Fall ist uns der kollegiale Charakter und die Moderation der Gruppe wichtig.

Und wo trifft man sich?

LOHSE: Bei der Auftaktveranstaltung am 23. Juni haben sich die Interessenten bei der IHK getroffen. Es waren gleich beim ersten Mal 40 Teilnehmer. Bei der nächsten Veranstaltung soll das Treffen bei einem der interessierten Betriebe stattfinden. Geplant ist auch ein Rundgang durch die Firma, um praktisch zu zeigen, wie die Vernetzung zwischen Maschinen oder Mensch und Maschine funktioniert.

Große Unternehmen sind ja meist schon einen Schritt weiter in Sachen Industrie 4.0. Wie händeln Sie das bei dieser Workshopreihe?

LOHSE: Wir werden erst einmal zweigleisig fahren und die Gruppen nach Unternehmensgröße beziehungsweise Branchenzugehörigkeit aufteilen: die Firmen mit bis zu 50 Mitarbeitern beziehungsweise dienstleistungsorientiert und eben die großen beziehungsweise technisch orientiert. Wir fangen bei den kleineren einfach auf einem ganz anderen Level an. Es geht darum, dass sich die Teilnehmer auf Augenhöhe unterhalten können. Die nächsten Veranstaltungen sollen am 5. Oktober für Gruppe 1 beziehungsweise am 8. November für Gruppe 2 stattfinden. Das eine Mal treffen wir uns an der Hochschule in Göppingen und mit den anderen bei Gebauer’s Aktivmarkt.

Es hängt sicher nicht nur von der Größe eines Unternehmens ab, wie weit Internettechnologien schon Einzug gehalten haben ...

LOHSE: Es muss sich einfach jemand darum kümmern und mal den Anfang machen, das läuft nicht einfach so. Man muss ein Klima, eine Kultur schaffen, um das Thema Wirtschaft 4.0 voranzutreiben. Oft hört man Phrasen wie ,das hat noch nie funktioniert’ oder ,das ist zu teuer’. In dem Innovationszirkel geht es deshalb auch darum, ,BestpractiseBeispiele’ zu zeigen. Eine gegenseitige Befruchtung ist ausdrücklich erwünscht, die Unternehmen sollen von anderen lernen.

Wie wollen Sie Betrieben helfen, die bei Industrie 4.0 noch in den Kinderschuhen stecken?

LOHSE: Bei den kleineren Betrieben geht es darum, erstmal zu schauen, wie strukturiere ich Prozesse und Abläufe. Und erst in einem zweiten Schritt, wie ich diese Prozesse digitalisieren kann. Man muss schauen: Was passiert im Einkauf, in der Produktion und im Vertrieb auch unternehmensübergreifend. Dann kann man diese Abläufe verknüpfen und vereinfachen und letztlich auch günstiger und effizienter machen.

Beim Stichwort Effizienz denkt man unweigerlich an den Verlust von Arbeitsplätzen. Birgt Industrie 4.0 auch nicht die Gefahr, dass Jobs überflüssig werden?

LOHSE: Dieses Thema wird breit diskutiert, und die Meinungen gehen da stark auseinander. Wir haben derzeit eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent, obwohl es seit über 20 Jahren Roboter gibt. Es kann ja eine Maschine auch am Wochenende durchlaufen. Ich sehe diese Entwicklung eher als Chance.

Es ist ja klar, dass dieser Trend nicht aufzuhalten ist. Die junge Generation wächst mit dem Internet auf ...

LOHSE: Auf jeden Fall. Es gibt heute schon immer mehr kundenspezifische Lösungen, es werden kleinere Mengen benötigt. Das ist schon deshalb notwendig, weil die Variantenvielfalt zum Beispiel in der Automobilindustrie immer größer wird. Bestellt der Kunde ein Auto im Autohaus, kommunizieren die Maschinen miteinander, Autobauer und Zulieferer werden so sofort informiert. Solche webbasierten Lösungen wird es in Zukunft immer häufiger geben.

Das Thema Datenschutz spielt da eine große Rolle ...

LOHSE: Auch das wird diskutiert. Da muss man noch sensibler werden und beispielsweise bessere Verschlüsselungsmechanismen finden. Zumal ja Wirtschaft 4.0 nicht an der Landesgrenze Halt macht, sondern ein weltumspannendes Thema ist.

 

Auftaktveranstaltung Innovationszirkel Landkreis Göppingen

Göppingen. Die Auftaktveranstaltung des Innovationszirkel Landkreis Göppingen der IHK Bezirksmammer Göppingen und der WIF

Am 23.06.2016 war der Startschuss für den Innovationszirkel Landkreis Göppingen in den Räumlichkeiten der IHK Region Stuttgart - Bezirkskammer Göppingen. Gastgeber Dr. Peter Saile begrüßte die rund 40 Teilnehmer und führte durchs Programm. Prof. Dr. Günther Würtz referierte in einem sehr lebendigen Vortrag über die Mehrwertschöpfung durch Individualisierung und Vernetzung. Wie das Technologiemanagement in mittelständischen Unternehmen umgesetzt werden kann, zeigte Dr. Utz-Volker Jackisch, Geschäftsführer & Leiter Innovations- und Technologiemanagement der RAMPF-Gruppe auf. Dekan des Campus Göppingens Prof. Dr. Rainer Würslin rückte die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Hochschule in Göppingen insbesondere zum Thema Industrie 4.0 ins Bewusstsein. Reiner Lohse, Geschäftsführer WIF -  Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft für den Landkreis Göppingen mbH, rundete den Abend mit der Vorstellung des Konzepts ab. Dabei ging er auf die Ausgangssituation, Ziele, Themen, Rahmenbedingungen und Nutzen für die Mitglieder ein.

Der Innovationszirkel Landkreis Göppingen soll sich im Herbst 2016 kostituieren.

Ziele

  • Mehrwert Generierung.
  • Treffen der Themenverantwortlichen aus dem Bereich Innovation
  • Gedanken-/Lösungsaustausch zu Change-Prozessen.
  • Wissenstransfer zwischen den Unternehmern.
  • Nutzung bilateraler Kontakte.

Nutzen

  • Vertrauensvolle Atmosphäre & offener Austausch.
  • Geschlossene Gruppe, die längerfristig zusammenarbeitet.
  • Nutzen der (fachübergreifenden) Kompetenzen anderer Mitglieder.
  • Neue Lösungen & nachhaltige Ergebnisse & interessante Geschäftskontakte.
  • Größere Entscheidungssicherheit durch Diskussion in Gruppe (Feedback).
  • Fachwissen kann erweitert werden: Vorträge, Workshops, Schulungen.


 

Energieeffizienz bringt Rendite von zehn Prozent

Neues Firmennetzwerk: Verschwendung vermeiden, Strom selbst produzieren

Göppingen. Kommunale Wirtschaftsförderer und Kammervertreter aus Industrie und Handwerk im Kreis Göppingen knüpfen aktuell ein Netzwerk, das die Energiewende beschleunigt: Lösungen, die funktionieren, werden in Betriebe hinein kommuniziert.

Beim ersten Netzwerktreffen der Initiative Energieeffizienz für Unternehmen im Landkreis Göppingen (iEnEff) redet Friedrich Riempp wie ein Maschinengewehr. Der Oberboihinger Unternehmer hat 2013 ein Energiemanagementsystem serienreif gemacht, bei dem alle Verbrauchs- mit allen Erzeugerquellen via Funk kommunizieren. Eine Software dokumentiert und analysiert diese Daten, die per Steuerungstechnik programmierbar sind.
Die Folge: Ein Metallbauer konnte die Lastspitze seines 40-Mann-Betriebs von 50 auf 35 kW senken, weil verschiedene Verbrauchsquellen aufeinander abgestimmt sind. Das entlastet das öffentliche Netz, was der Energieversorger mit einem günstigeren Tarif belohnt. Emsyst 4.0, so die Bezeichnung des Energiemanagementsystems, erfasst aber auch, dass nun der Strom der 40-kWp-PV-Dachanlage des Betriebs Vorrang vor dem Netzstrom hat oder dass sich die Heizung absenkt, wenn parallel Fenster geöffnet sind oder das Hallentor offen steht.
„Wir haben mittlerweile Erfahrungswerte, bei denen Firmen ihren Energieverbrauch um 40 Prozent gesenkt haben“, sagt Riempp seinen staunenden Zuhörern, darunter die Wirtschaftsförderer des Landkreises und der Kommunen Göppingen und Geislingen, aber auch Dienstleister wie der Salacher Ingenieur für Gebäudetechnik und –automation, Thomas Herp. Initiiert haben dieses erste Netzwerktreffen Timm Engelhardt, Geschäftsführer der kreiseigenen Energieagentur, und Reiner Lohse, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft WiF des Landkreises.
„Wir wollen die Unternehmer motivieren, sich mit dem Thema Energie zu befassen, zumal Aktivitäten in diesem Bereich sehr profitabel sind“, sagt Lohse, der zusammen mit Timm Engelhardt dazu öffentliche Veranstaltungen plant und parallel ein Netzwerk von Beratern und Dienstleistern aufbaut, das sich regelmäßig austauscht und den Unternehmern zu spezifischen Fragen zur Verfügung steht.
Das reicht vom Stromeinkauf über Einsparung, EEG-Umlagen-Erstattung bis hin zur Planung energieautarker Betriebe, in denen viele Technologien ineinandergreifen oder mehrere Beteiligte ihre Energieversorgung gemeinsam gestalten. Prominentestes Beispiel aktuell im Kreis Göppingen ist der Salacher Edeka von Gebauers Aktiv-Frischmarkt, der bundesweit in der Branche neue Maßstäbe setzt, weil zum Beispiel die Abwärme der Kühltheken wahlweise die Fußbodenheizung betreibt oder im Eisspeicher gepuffert wird.
www.ieneff.de

Beschleunigen durch Information gemeinsam die Energiewende: Wirtschaftsförderer und Energieberater von Kommunen, Kreis, Handwerk und IHK haben ein Netzwerk geknüpft, das sich am 11. Mai erstmals getroffen hat. FOTO: RIEMPP
 
 

Neue WIF-Homepage

Seit Neuesten ist die neue Homepage der WIF online. Im neuen Look informieren wir Sie über unser Portfolio und zeigen Ihnen mit Projektbeispielen und Kundenstimmen was die WIF für Sie bereithält. Aktuelle News und Veranstaltungstipps rund um Wirtschaftsthemen des Landkreises bereiten wir für Sie auf. Des Weiteren können Sie via Website unseren Newsletter abonnieren.

Der Blick zurück und in die Zukunft

Die Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises feiert in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen und kann auf erfolgreiche Projekte zurückblicken.

Von CONSTANTIN FETZER

Göppingen. "Wir konnten viel auf den Weg bringen und haben viele Themen aufgegriffen“, blickt Reiner Lohse, Geschäftsführer der Wirtschafts und Innovationsförderungsgesellschaft des Landkreises (WIF) zurück – und gleichzeitig in die Zukunft: „Wir haben unser Ohr am Puls der Zeit in der Wirtschaft und werden auch weiterhin die Zukunftsthemen im Blick haben“, erklärt Lohse, der mit seinem Team vor allem das Innovationsmanagement in Industrie, Handwerk und Dienstleistung begleitet und die Unternehmer berät. Vor 20 Jahren, als 1995 die WIF gegründet wurde, lag der Fokus zunächst darauf die Betriebe kennenzulernen und zu beraten. Im weiteren Verlauf konzentrierte man sich auch auf die Bündelung von Interessen, das Zusammenführen von Gleichgesinnten und die Bildung von Netzwerken, denen von Anfang an namhafte Experten aus den verschiedensten Bereichen angehört hatten. Ihre Wurzeln hatte die WIF jedoch bereits im Jahre 1986, als sich der „Verein zur Förderung der Wirtschaft“ (VFW) gegründet hatte. Der erste Geschäftsführer dieses Vereins war der Göppinger Ingenieur Helmut Breitinger. Ihm folgte 1989 Professor Klaus Fischer, Rektor der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Schnell jedoch war klar, dass die Vernetzung der Unternehmen eine größere Herausforderung war, die man nicht im „Nebenjob“ machen konnte und so wurde 1995 die WIF in ihrer heutigen Formgegründet, deren Geschäftsführer Reiner Lohse heute auf viele Projekte zurück-blicken kann.

Schon in den ersten zehn Jahren hat sich viel entwickelt, was heute noch –manchmal in anderer Form – Bestand hat. Mit Pionierveranstaltungen wie der Gesundheitsmesse „Vitalis“, einem gesunden Frühstück für Unternehmer und einem entsprechenden Netzwerk („Gesundheitswelle“) hat man sich früh als Gesundheitsregion positioniert und Göppingen über die Kreisgrenzen hinaus für diesen Bereich bekannt gemacht. Doch auch die Natur und der Genuss haben ihren Platz: Sowohl Projekte zum Tourismus – auch dafür gab es eine eigene Messeveranstaltung – bis hin zur Themenschau „Göppinger Genuss“ oder dem Engagement der Obstweininitiative hat die WIF begleitet. Dass einst gar eine Obstweinkönigin gewählt wurde, die die Obstbauregion bekannt machen sollte, darf man dabei auch nicht vergessen. Nicht nur die Innovationen im Gesundheits-, Tourismus und Gastronomiebereich waren im Aufgaben-bereich der WIF, natürlich sind es auch die Industrie und deren klassische Zulieferbetriebe, die in ihren Entwicklungsprozessen begleitet werden. Gemeinsamkeiten zu erkennen und die Interessen zu bündeln und zu kanalisieren – das ist der Weg, den die WIF den Unternehmen mit auf den Weg gibt: „Wir wollen, dass die Betriebe miteinander reden“, sagt Lohse. In verschiedenen Netzwerken – auch branchenübergreifend – bei Unternehmertreffen und bei vielen Veranstaltungen ist ihm das immer ein Anliegen. So ist es kein Zufall, dass das Landesnetzwerk Mechatronik seinen Sitz in Göppingen hat. Die WIF war hier Motor und Gründungsmitglied. „Vernetzen und sich gegenseitig informieren – das ist der Schlüssel für gute gemeinsame Gespräche, die wir immer wieder initiiert und moderiert haben“, sagt Lohse. Und das soll in Zukunft, neben der einzelbetrieblichen Beratung, weiter intensiviert werden.

Im Wettbewerb die Nase vorn – Qualität „made in Salach“

Firmenbesuch bei Firma Wehl Group Sintertechnik GmbH

Von BERND LUTZ

Salach. Von einem Salacher Vorzeigeunternehmen par excellence konnten sich Bürgermeister Bernd Lutz und Reiner Lohse als Geschäftsführer der  Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft für den Landkreis Göppingen mbH im Rahmen eines gemeinsamen Firmenbesuchs ein beeindruckendes Bild verschaffen. Geschäftsführer Roland Seybold gewährte bei einem Rundgang durch die Firmenräume im Gebäude des ehemaligen Fliegerheims in der Karlstraße interessante Einblicke in den Planungs- und Fertigungsprozess.

„Mit Unternehmergeist und Innovationsbereitschaft verbunden mit einem hohen Qualitäts- und Serviceanspruch hat es die Firma Wehl-Group Sintertechnik GmbH geschafft, auf einem wichtigen Zukunftsmarkt im Wettbewerb die Nase vorn zu haben“, gratulierte Bürgermeister Bernd Lutz zu diesem wirtschaftlichen Erfolg. “Diese gelungene Verbindung von Innovation und Hightech ist der Erfolgsfaktor nicht nur für Ihr Unternehmen, sondern für den Wirtschaftsstandort Salach insgesamt“, so das Gemeindeoberhaupt weiter. 

Die im Jahr 2003 gegründete Wehl Group Sintertechnik GmbH ist ein europaweit agierendes Unternehmen, das seine zahlreichen, namhaften Kunden bei der Erstellung von Prototypen unterstützt - von der ersten Idee bis zur Serienreife. Das Unternehmen ist damit Partner für alle Wirtschaftszweige und Branchen, die in den Bereichen Design, Konstruktion, Entwicklung und Prototypenbau tätig sind. Zu den Kernkompetenzen gehören dabei das Erstellen eines 3D-Datensatzes, von Erstserienmustern und Vorserienteilen. Mit unter anderem drei EOS-Sinteranlagen verfügt die Firma über eine hochmoderne Maschinenausstattung, mit der aus einem virtuellen 3D-Datensatz direkt und ohne Zwischenschritt ein voll gebrauchsfähiges, reales Modell entsteht.   

von links nach rechts: Reiner Lohse, Moritz Tzschenscher, Roland Seybold, Bernd Lutz